Spätes Gegentor im Derby – weiter kein Sieg
Mal profitiert man vom Last-Minute-Ausgleich, manchmal zieht man den Kürzeren. In einem chancenreichen Derby gegen den SC Spelle-Venhaus erlebt das Oberligateam einen frustrierenden Abschluss und kann auch im vierten Pflichtspiel des Jahres nicht gewinnen.
Jubilar sorgt für gutes Omen zu Beginn
Bevor das Hasestadion im Culimeta-Sportpark zur Bühne des mit Spannung erwarteten Oberliga-Krachers wird, brandet bereits Applaus auf: Philipp Kröger, langjähriger Betreuer und nun Teammanagers des Oberligateams, feiert 2026 nämlich sein zehnjähriges Jubiläum im Verein. Zu diesem Anlass melden sich Weggefährten per Videobotschaft, selbst Kenan Karaman, Peter Remmert und Timo Becker des FC Schalke 04–Krögers Herzensverein–finden nette Worte für den zuverlässigen und treuen Arbeiter im Hintergrund.
Mannschaftskapitän Nicolas Eiter, der sich gerade noch im Namen seiner Truppe noch bei Kröger bedankt hat, bestreitet außerdem sein 200. Pflichtspiel für den TuS Bersenbrück, ebenfalls eine bemerkenswerte Hausnummer. Als das Derby endlich angepfiffen wird, nutzt das Oberligateam gleich den Aufwind dieser Feierlichkeiten, um ordentlich Dampf auf das Tor der Emsländer Gäste zu machen. Michel Eickschläger scheitert zunächst, doch dann rutscht eine Ecke von links bis zu Connor Rohra durch. Der junge Innenverteidiger bekommt einen zweiten Versuch und platziert den Ball an Freund und Feind vorbei im Netz (2. Minute).
Die rasante Anfangsphase ist aber noch nicht vorbei, denn kurz danach haben Michel Eickschläger und Marcos Álvarez jeweils zwei gute Schusschancen aus der zweiten Reihe. Währenddessen zeigt Nils Böhmann im eigenen Tor die erste Geschmacksprobe einer starken Leistung. Im Verlauf der ersten Halbzeit wird der SCSV aber stärker, die Gäste zeigen immer mehr, warum auch sie zu den Top-Teams der Oberliga Niedersachsen gehören. Vorerst ist es aber wieder Nils Böhmann, der den Kasten sauber hält: Einen platzierten Kopfball fischt der erfahrene Schlussmann mustergültig übergreifend aus dem Winkel.
Connor Rohra darf zum ersten Mal im roten Trikot jubeln.
Ein Fehler als unglücklicher Schlusspunkt
Ähnlich früh wie das Führungstor von Connor Rohra folgt nach dem Seitenwechsel dann der Schock. Ein Speller Eckball fliegt hoch und weit bis hinter den langen Pfosten, wo Janik Jesgarzweski des SCSV einen kuriosen Kopfball-Lupfer gegen die Laufrichtung aller auf das lange Eck zielt. Der Ball senkt sich tatsächlich ins Tor und das Unentschieden ist wiederhergestellt (56.).
Den nächsten Stich setzt wiederum Bersenbrück, als Marcos Álvarez Michel Eickschläger über die rechte Außenbahn auf die Reise schickt. Beim ersten Versuch scheitert der Flügelspieler noch, flankt dann aber mit dem linken Fuß auf den zweiten Pfosten, wo Markus Lührmann zum Flugkopfball ansetzt. Markus' Abschluss bewegt sich mit nur wenig Tempo auf das Tor zu, ist jedoch so platziert, dass der Gäste-Keeper nicht ausreichend gegen seine Laufrichtung ansteuern kann und sich vergeblich streckt (61.).
Saikouba Manneh und Markus Lührmann haben weitere Chancen, um das Spiel endgültig unter Bersenbrücker Kontrolle zu bringen, doch auch der SC Spelle-Venhaus lässt nicht locker, sodass beide Mannschaften für ein äußerst unterhaltsames Derby sorgen und gemeinsam eine spannende Schlussphase einläuten. Umso unglücklicher, dass das letzte Tor des Tages nicht durch einen tollen Angriff, sondern durch eine Unaufmerksamkeit entschieden wird: Hakim Traoré, der am vergangenen Spieltag noch mit einer famosen Flanke den späten Ausgleich durch Michel Eickschläger möglich machte, verschätzt sich bei einem versuchten Brust-Rückpass und legt den Ball stattdessen perfekt für Tom Winnemöller vor. Dieser schiebt den Ball an Nils Böhmann vorbei zum 2:2 ins Tor (85.).
Für den neutralen Zuschauer bleibt ein atemloses Derby in Erinnerung, das der langen Tradition wilder Bersenbrück-Spelle-Duelle gerecht wird. Für die beiden beteiligten Mannschaften aber–und insbesondere für den TuS Bersenbrück–bleibt eine zu magere Punkteausbeute, um aktuell weiter Ansprüche auf die vordersten Tabellenplätze anzumelden.
Untröstlich: Hakim Traoré nach dem traurigen Höhepunkt.
