Elfer-Fehlschuss leitet wahnwitziges Unentschieden ein
Was passiert, wenn die Offensiven zweier Mannschaften sich gut in Form zeigen, und beide Abwehrreihen zugleich nicht den besten Tag haben? Richtig, es fallen so viele Tore wie lange nicht. Entsprechend torreich trennt sich das Oberligateam vom MTV Wolfenbüttel.
Guter, fast sehr guter Start
Gleich vom Start weg merkt man der aufgrund von Sperren und Verletzungen neu formierten Startelf an, dass die Mannschaft den bescheidenen Auftritt vom letzten Wochenende korrigieren will. Das scheint auch zu gelingen, denn früh im Spiel wird Philipp Schmidt nach einem Tempolauf über links im Strafraum zu Fall gebracht. Die korrekte Entscheidung des Schiedsrichters lautet Strafstoß, doch Marcos Álvarez (ein Name, der in diesem Spiel noch mehrfach positiv genannt werden wird) tritt einen seiner schwächeren Elfmetern und vergibt die Chance zur frühen Führung (6. Minute).
Eine halbe Stunde später soll es dann besser funktionieren. Álva schlägt eine scheinbar zu lange Ecke von links, findet aber weit hinter dem langen Pfosten Nicolas Eiter, der die Flanke per Kopf zurück Richtung Tor bringt. Saikouba Manneh steigt in einer Traube aus Mit- und Gegenspielern am höchsten und nickt wiederum am langen Pfosten zum 1:0 ein (34.). Ähnlich wie schon gegen Braunschweig hat die Führung aber nicht lange Bestand, denn mit einem schnellen Doppelschlag zweier vermeidbarer Tore dreht der MTV Wolfenbüttel das Spiel noch vor der Pause, einmal per Flugkopfball nach Flanke (40.) und einmal mit dem Fuß (44.).
Rückstand zur Halbzeit? Falsch. Fast unmittelbar nachdem der Unparteiische den Anstoß nach dem 1:2 freigibt, lupft Marcos Álvarez den Ball gedankenschnell hinter die Kette in genau den Raum, den Rechtsaußen Michel Eickschläger gerade beläuft. Der Rückkehrer umkurvt den Torwart und schiebt problemlos zum Ausgleich ein (45.).
Drückend überlegen aber zu instabil
Mit dem Seitenwechsel übernimmt das Oberligateam noch stärker als zuvor Feldvorteile. Gleichzeitig will es der Mannschaft von Cheftrainer Andy Steinmann nicht so richtig gelingen, die gefährlichen Gegenstöße der Gäste einzudämmen. Das resultiert in der erneuten Führung für Wolfenbüttel durch einen platzierten Flachschuss in die linke Ecke (54.).
Bemerkenswerterweise steckt das Team aber zu keinem Zeitpunkt auf, sondern bleibt ständig aktiv und gefährlich vor dem MTV-Tor. Die Belohnung lässt nicht lange auf sich warten, denn ein hoher Ball von links landet bei Marcos Álvarez, der sich aus circa 15 Metern für einen anspruchsvollen Volley-Abschluss entscheidet, flach auf die rechte Ecke zielt und sehenswert zum 3:3-Ausgleich trifft.
So groß die Chancen zur 4:3-Führung in der Folge auch sind, ist es zunächst wieder einmal der MTV Wolfenbüttel, der sich mit einem klasse Umschaltspiel zum Torerfolg kombiniert (83.). Mit diesem weiteren, späten Rückschlag sieht es düster aus, und dennoch schafft es der TuS auch in dieser Situation, zurückzukommen: Wieder ist es Marcos Álvarez mit einer gefährlichen Hereingabe per Ecke und wieder ist es auch Saikouba Manneh, der per Kopf sein zweites Tor des Tages erzielt (84.). Im Anschluss gibt es sogar mehrfach die Gelegenheit, dem Wahnsinn noch die Krone aufzusetzen. Letzten Endes ändert sich am 4:4-Unentschieden aber nichts mehr. Übrig von diesem irren Spiel bleibt die Gewissheit, dass die Offensive auch ersatzgeschwächt auf höchstem Niveau agieren kann, aber auch der klare Hinweis, dass die so verlässliche Stabilität aus der Endphase von 2025 wiedergefunden werden muss.
TuS Bersenbrück
1. Herren / Oberligateam
Wolfenbüttel
1. Herren
