Neuzugänge 2026/2027 – Frischer Wind im Oberligateam
Nach dem Trauma im Niedersachsenpokalfinale gegen den Lüneburger SK Hansa endete die vergangene Saison im Tal der Tränen. Fest stand aber schon vorher, dass das Oberligateam einen neuen Anstrich bekommen sollte. Der Kader des TuS Bersenbrück soll jünger und hungriger werden; neue Gesichter sollen die Chance erhalten, das Spiel im Hasestadion im Culimeta-Sportpark zu prägen. In der Woche des Pflichtspielauftaktes steht fest: Diese Chance ergibt sich. Nun ist es Zeit, sie zu nutzen.
Zahlreiche Abgänge in allen Kaderbereichen
Der Geschäftsführer und sportliche Leiter Thorsten Marunde-Wehmann hatte in der Sommerpause eine große Aufgabe vor sich: Durch die vielen Abgänge musste das Oberligateam einen ordentlichen Qualitätsverlust verzeichnen und verlor auch in der Breite an Substanz.
Fyn Ebeling, zum Beispiel, verzeichnete in seiner Debütsaison beim TuS Bersenbrück eine für Außenverteidiger phänomenale Quote von 5 Toren und 8 Assists. Sein Weg führte in die Regionalliga Nord, wo er künftig beim Bremer SV aufläuft. Die beiden Nachwuchstalente Connor Rohra (jetzt SV Drochtersen/Assel II) und Julius Kanowski (jetzt SV Meppen II) konnten sich ebenfalls auf Oberliga-Niveau beweisen, doch spielen sie sich in der neuen Saison als Teil von Reserve-Teams höherklassiger Vereine gegen den TuS Bersenbrück anstatt für ihn.
Für die Kaderspiele Silas Burke, Hakim Traoré und Fiete Sall geht der Weg ebenfalls woanders weiter. Nick Claushallmann wechselt zurück in die Heimat zum TuS Eintracht Rulle, von wo er es einst aus der Bezirksliga in die Oberliga und den DFB-Pokal schaffte. Zwei Routiniers sind nun außerdem Teil der Vergangenheit des Oberligateams: Marcos Álvarez ' Weg in Bersenbrück endet nach zwei überzeugenden Saisons, für Santiago Aloi beginnt eine neue Ära als Leitwolf und spielender Co-Trainer der vereinseigenen U23.
Anfang Juni steht der TuS Bersenbrück zwar nicht vor einem Scherbenhaufen, aber durchaus vor einem größeren Kaderumbruch. Die wichtigste Weiche ist allerdings bereits gestellt, denn der neue Trainer des Oberligateams steht schon fest.
Auf die Spielidee folgt das neue Personal
Der neue Mann an der Seitenlinie heißt Hanjo Vocks. Seine Sporen hat der 46-jährige Lingener im Emsland verdient, wo er beim SC Spelle-Venhaus eine einmalige Erfolgsgeschichte schrieb – gekrönt vom Regionalliga-Aufstieg 2022/2023. Die gesamte Wucht, die der TuS Bersenbrück entfalten kann, lernte Hanjo bereits im Niedersachsenpokalfinale derselben Saison kennen, als die Bersenbrücker Jungs seinen damaligen SCSV vor 3.500 Zuschauern mit 3:0 schlugen. Diesen Erfolg will der (Fußball-)Lehrer nun auch selbst feiern können.
Der Vocks-Fußball ist intensiv, balldominant, aber vor allem auch flexibel. Dieses System einzuüben wird geduldige und lernwillige Spieler brauchen, und genau diese werden im Laufe der Sommerpause nach und nach vorgestellt.
Foto: Lukas Dresmann
Gestandene Qualität und viel, viel Talent
Der erste Neuzugang stand übrigens bereits im Frühjahr fest: Aus der U19 des SV Meppen stößt der rumänische Nachwuchs-Nationalspieler Eduard Cotor zum TuS Bersenbrück. Mit 1,93 Metern Körpergröße bringt der 19-jährige Innenverteidiger ein ideales Gesamtpaket mit, um die Defensive körperlich und spielerisch zu verstärken. Jene war eine klare Schwachstelle in der wechselhaften letzten Saison, in der es viel zu viele Gegentore setzte.
Neu im Abwehrverbund ist außerdem Justus Warnking, ausgeliehen vom Bremer SV. Mit 20 Jahren verfügt Justus bereits eine bemerkenswerte Routine und Sicherheit, die er in der vergangenen Saison auch schon in der Regionalliga Nord zeigen konnte. Ebenso wie Justus ist auch Mikael Rodriguez für den VfB Oldenburg aufgelaufen. Als Perspektivspieler fordert der 19-jährige US-Amerikaner seine Mitspieler auf den defensiven und offensiven Außenbahnen heraus, und setzt dabei seine beeindrucke Physis ein. Die offene Planstelle im Torwart-Trio füllt ein weiteres Talent aus dem Stall des VfB Oldenburg: Jannik Wittmann fällt ebenfalls durch seine Körpergröße auf und verfügt außerdem über auffällig gute Reflexe.
Mit gerade einmal 25 Jahren ist Sven Lameyer im Vergleich beinahe schon der alte Hase unserer Defensiv-Neuzugänge. Der defensive Mittelfeldspieler kommt aus einer überragenden Oberliga-Saison mit dem SV Atlas Delmenhorst, wo er als zentraler Stützpfeiler zu Meisterschaft und Regionalliga-Aufstieg beitrug. Der zweikampfstarke Sechser wird dem Oberligateam merklich Stabilität verleihen und der Bersenbrücker Abwehr nach ihrer Verjüngungskur als Anker im Mittelfeld dienen. Leider hat sich die Sofortverstärkung aber im Testspiel gegen RW Maaslingen an der Schulter verletzt und wird den Saisonstart daher verpassen.
Unbekümmertheit und Hunger in der Offensive
Auch am vorderen Ende des Spielfelds hat Thorsten Marunde-Wehmann die Transferstrategie des TuS Bersenbrück konsequent umgesetzt. Das perfekte Beispiel: Lejs Bukvic, 20 Jahre alt, ausgebildet beim VfL Osnabrück und in der vergangenen Saison Stammspieler beim FC Oberneuland in der Bremenliga. Lejs ist flexibel einsetzbar und hat seine Torgefahr aus dem Mittelfeld heraus mit satten 7 Treffern in der höchsten Liga Bremens bereits eindrucksvoll bewiesen.
Außerdem trägt die Arbeit der Jugendspielgemeinschaft Rot-Weiß Nord zur neuen Saison erstmals Früchte. Der 17-jährige Omar Ceesay hat sich seine Chance im Oberligateam mit starken Leistungen in der U19-Bezirksliga verdient und erhält die Nummer 20, mit der er als Flügelstürmer die Oberliga Niedersachsen aufmischen will.
A propos Chance: Die positive Überraschung der Sommervorbereitung heißt Maximilian Lepper. Gerade einmal 18 Jahre alt ist der Flügelspieler, der im Sommer aus der U19 von BW Lohne nach Bersenbrück wechselte und zunächst an den SV Concordia Belm-Power verliehen werden sollte, während er sich beim TuS Bersenbrück im Training weiterentwickeln sollte. Im Verlauf der Vorbereitung zeigte sich allerdings, dass Maxi Lepper jetzt schon bereit ist für die Herausforderung Oberliga. Mit seinem rotzfrechem Spielwitz kann der dritte offensive Neuzugang eine unberechenbare Note in das Spiel des Oberligateams bringen.
Es ist angerichtet, doch Geduld ist gefragt
9 Abgänge und 8 Zugänge bedeuten eine große Durchmischung des Mannschaftsgefüges, im Durchschnitt sind die neuen Gesichter 19,6 Jahre alt. Trotz des zweifelsohne herausragenden Potenzials des neuen Oberliga-Kaders ist es nur natürlich, dass das neu formierte Team diesen Entwicklungsprozess erst durchlaufen muss. Von allen Parteien ist also Geduld gefragt. Gelingt uns das als Verein, dann wird der TuS Bersenbrück an Hanjo Vocks' Jungs jede Menge Spaß haben.
Foto: Lukas Dresmann
